Im Rahmen der Machbarkeitsstudie für eine »Urbane Biosphärenregion Berlin–Barnim« fand am Freitag, 20.02.2026 ein Austauschtreffen im Bürgersaal Bernau statt. Nach Begrüßung und Grußworten – u. a. durch die Stadt Bernau und das Kommunale Nachbarschaftsforum Berlin–Brandenburg e.V. (KNF) – gaben zwei Kurzinputs Orientierung für die weitere Diskussion: Prof. Dr. Pierre Ibisch stellte die Kernidee und den potenziellen Nutzen von UNESCO-Biosphärenregionen vor und berichtete dabei unter anderem über urbane Biosphärenparks wie den Wienerwald in der österreichischen Hauptstadt oder die »Living Coast«-Biosphärenregion um das englische Brighton. Prof. Dr. Jörg Knieling vertiefte diese Darstellung und skizzierte den Beteiligungs- und Governance-Rahmen der laufenden Studie.
Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden an sechs moderierten Tischen in zwei Runden entlang klarer Leitfragen. In der ersten Runde wurden Stärken und Herausforderungen der Region gesammelt und räumlich verortet; in der zweiten Runde standen Visionen sowie Erwartungen an mögliche Leistungen, Gebietsoptionen und relevante Partner im Mittelpunkt. Grundlage bildeten Moderationskarten, Klebepunkte und großformatige Karten (u.a. zu Landschaftstypen und Schutzgebieten). Insgesamt wurden knapp 400 Beiträge dokumentiert.

Als Potenziale wurden besonders häufig die Natur- und Landschaftsausstattung sowie bestehende Schutzgebietskulissen (u.a. der länderübergreifende Naturpark Barnim), Naherholung/Tourismus und Bildungs- bzw. Wissensinfrastrukturen genannt; ergänzend kamen regionale Wertschöpfung (z.B. Landwirtschaft) und Energiethemen zur Sprache. Als Herausforderungen dominierten Governance-Komplexität über Berlin/Brandenburg hinweg, Finanzierungs- und Umsetzungsfragen sowie Siedlungs- und Nutzungsdruck entlang der Entwicklungsachsen; außerdem wurden Wasserhaushalt/Klimawandel und Nutzungskonflikte (u.a. Erholungsdruck) wiederholt hervorgehoben. In den Visionen standen eine qualitätsorientierte, flächenschonende Entwicklung, die Stärkung von Freiräumen und Verbundstrukturen sowie eine verbindlichere Stadt–Land-Kooperation im Vordergrund – verbunden mit dem Wunsch nach einem klaren regionalen Narrativ und einem konkret nachvollziehbaren Mehrwert (z.B. Sichtbarkeit, Förderzugänge, bessere Koordination).